Ausbilden und Rekrutieren durch Praktika und duale Ausbildung
Unternehmen in Frankreich können Praktikanten aufnehmen oder duale Auszubildende einstellen, um künftige Talente auszubilden. Diese Modelle kombinieren Ausbildung und Berufserfahrung und decken gleichzeitig den Kompetenzbedarf der Unternehmen.
Zusammenfassung
- Das Praktikum ermöglicht es Studierenden, im Rahmen ihrer Ausbildung Berufserfahrung zu sammeln.
- Die duale Ausbildung (Alternance) kombiniert theoretische Ausbildung mit praktischer Berufserfahrung im Unternehmen.
- Es gibt zwei Arten von dualen Ausbildungsverträgen: den Lehrvertrag (Contrat d’apprentissage) und den Professionalisierungsvertrag (Contrat de professionnalisation).
- Diese Modelle ermöglichen es Unternehmen, künftige Mitarbeiter auszubilden und zu rekrutieren.
Welche Modelle gibt es für die Ausbildung und Rekrutierung im Unternehmen?
Unternehmen können auf verschiedene Modelle zurückgreifen, um künftige Mitarbeiter aufzunehmen, je nach Zielsetzung: Kennenlernen eines beruflichen Umfelds, Ausbildung für einen Beruf oder Vorbereitung einer Einstellung. Praktikum und duale Ausbildung folgen unterschiedlichen, aber komplementären Logiken.
| Modell | Zielsetzung | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Praktikum | Orientierung und Berufserfahrung | Studierende |
| Lehrvertrag | Duale Ausbildung mit Diplomabschluss | Jugendliche von 16 bis 29 Jahren |
| Professionalisierungsvertrag | Berufliche Eingliederung oder Umorientierung | Jugendliche und Arbeitsuchende |
Welche Vorteile bieten Praktika und duale Ausbildung für den Arbeitgeber?
Unternehmen können Praktikanten aufnehmen oder duale Auszubildende einstellen, um ihre internen Kompetenzen auszubauen und künftige Einstellungen vorzubereiten. Diese Modelle ermöglichen insbesondere:
- Künftige Mitarbeiter auszubilden.
- Kompetenzen und Know-how zu vermitteln.
- Die Teams zu verstärken und gleichzeitig an der Ausbildung junger Talente mitzuwirken.
Studierende und junge Fachkräfte profitieren so von konkreter Praxiserfahrung im Unternehmen, während sie ihre Ausbildung fortsetzen.
Was ist ein Studentenpraktikum?
Das Praktikum entspricht einer Phase der beruflichen Erprobung, die im Rahmen eines Ausbildungsgangs absolviert wird. Es ermöglicht dem Studierenden, berufliche Kompetenzen in Verbindung mit seinem Lehrplan zu erwerben.
Das Praktikum basiert auf einer Beziehung zwischen drei Akteuren. Es umfasst:
- Den Praktikanten.
- Die Bildungseinrichtung.
- Die Gasteinrichtung.
Das Praktikum muss in einen Ausbildungsgang integriert sein, der ein pädagogisches Volumen von mindestens 200 Stunden pro Unterrichtsjahr umfasst.
Hospitationen
Orientierungspraktika für Schüler der Sekundarstufe (Collège und Lycée) sowie Praktika im Rahmen der lebenslangen Berufsbildung sind von dieser Regelung nicht betroffen.
Die dem Praktikanten übertragenen Aufgaben müssen mit dem von der Bildungseinrichtung festgelegten pädagogischen Projekt übereinstimmen. Ein Praktikant darf nicht für bestimmte Aufgaben eingestellt werden.
Es ist insbesondere untersagt:
- Einen abwesenden Mitarbeiter zu ersetzen, ungeachtet des Grundes.
- Einen Dauerarbeitsplatz im Unternehmen zu besetzen (der Praktikant unterliegt keiner Produktionsverpflichtung).
- Einen vorübergehenden Anstieg der Geschäftstätigkeit abzufangen.
- Eine Saisonbeschäftigung auszuüben.
Das Praktikum muss zwingend durch einen Praktikumsvertrag geregelt sein, der zwischen dem Studierenden, der Bildungseinrichtung und der Gasteinrichtung unterzeichnet wird.
Dieser dreiseitige Vertrag legt insbesondere fest:
- Die Bezeichnung des Studiengangs oder der absolvierten Ausbildung.
- Die zu erwerbenden Kompetenzen.
- Die dem Praktikanten übertragenen Aufgaben.
- Den Namen des betreuenden Dozenten und des Tutors.
- Die Daten und die Dauer des Praktikums sowie die maximale wöchentliche Anwesenheitszeit.
- Die Bedingungen für Betreuung, Nachverfolgung und Genehmigung von Abwesenheiten.
- Die Höhe der eventuellen Aufwandsentschädigung (Gratification).
- Eventuelle Zusatzleistungen.
- Die Regelung zur sozialen Absicherung.
- Die Modalitäten für Unterbrechung und Kündigung.
- Die Modalitäten zur Validierung des Praktikums im Falle eines Abbruchs.
- Die Bestimmungen der Hausordnung der Gasteinrichtung.
- Die Bedingungen für die Ausstellung der Praktikumsbescheinigung.
Weitere Informationen zu den Pflichten des Arbeitgebers im Rahmen eines Praktikums finden Sie auf der Website service-public. Dort haben Sie auch Zugriff auf Muster für Praktikumsverträge.
Jeder Praktikant muss von zwei Ansprechpartnern betreut werden. Er erhält Unterstützung durch:
- Einen betreuenden Dozenten innerhalb der Bildungseinrichtung.
- Einen Tutor innerhalb der Gasteinrichtung.
Diese Ansprechpartner gewährleisten die pädagogische und berufliche Begleitung des Praktikums.
Personalverzeichnis und Praktikumsbescheinigung
Der Arbeitgeber muss den Praktikanten in einem speziellen Abschnitt des einheitlichen Personalverzeichnisses (Registre unique du personnel) eintragen. Am Ende des Praktikums muss die Gasteinrichtung dem Praktikanten eine Praktikumsbescheinigung aushändigen.
Aufwandsentschädigung des Praktikanten
Der Praktikant gilt nicht als Arbeitnehmer und erhält kein Gehalt. Er hat jedoch Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung (Gratification), wenn die Dauer des Praktikums zwei Monate überschreitet.
In Ermangelung einer kollektivrechtlichen Regelung entspricht die Mindestentschädigung 15 % der stündlichen Sozialversicherungsobergrenze, was zum 1. Januar 2026 einem Betrag von 4,50 € entspricht.
Sie wird dem Praktikanten monatlich ausgezahlt.
Berechnung der Mindestentschädigung
Sie können die Höhe der Mindestentschädigung für einen Praktikanten über einen Online-Simulator berechnen.
Der Arbeitgeber ist bis zur Höhe des Freibetrags (Franchise sociale) von der Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge befreit. Der Freibetrag berechnet sich aus dem Produkt der Grenze von 15 % der Sozialversicherungsobergrenze und der Anzahl der im Monat geleisteten Praktikumsstunden (Grenze von 15 % x Anzahl der Stunden). Darüber hinausgehende Beträge sind vom Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig.
Die Anzahl der Praktikanten, die gleichzeitig aufgenommen werden können, hängt von der Belegschaft des Unternehmens ab. Grundsätzlich gilt:
- Maximal drei Praktikanten in Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern.
- 15 % der Belegschaft in Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern.
Die Höchstdauer eines Praktikums ist auf 6 Monate festgelegt. Der Praktikant unterliegt den im Unternehmen geltenden Regeln bezüglich der Arbeitszeit und der Ruhezeiten.
Was ist eine duale Ausbildung (Alternance)?
Die duale Ausbildung ist ein Ausbildungsmodell, das theoretische Unterrichtsphasen mit Praxisphasen im Unternehmen kombiniert. Sie ermöglicht es Studierenden und jungen Fachkräften, eine anerkannte Qualifikation zu erwerben und gleichzeitig Berufserfahrung zu sammeln.
Die duale Ausbildung basiert auf einem Arbeitsvertrag, der zwischen dem Arbeitgeber und dem Auszubildenden geschlossen wird.
Es gibt zwei Arten von Verträgen:
- Den Lehrvertrag (Contrat d’apprentissage).
- Den Professionalisierungsvertrag (Contrat de professionnalisation).
Der Lehrvertrag
Der Lehrvertrag ermöglicht es einem Studierenden oder einer jungen Fachkraft, sich auf ein Diplom oder einen Berufsabschluss vorzubereiten und gleichzeitig im Unternehmen zu arbeiten.
Die Ausbildung wechselt zwischen:
- Theoretischen Ausbildungsphasen
- Praktischen Ausbildungsphasen im Unternehmen.
Der Lehrvertrag richtet sich hauptsächlich an:
- Jugendliche im Alter von 16 bis 29 Jahren.
- Über 29 Jahre hinaus:
- Menschen mit Behinderungen ohne Altersbeschränkung.
- Personen mit einem Projekt zur Unternehmensgründung oder -übernahme.
- Auszubildende, die ein Diplom oder einen Abschluss anstreben, der über dem zuvor erworbenen liegt.
Die Lehre ermöglicht die Vorbereitung auf verschiedene Qualifikationsstufen.
Sie ermöglicht insbesondere den Erwerb von:
- Einem berufsbildenden Sekundarschulabschluss (CAP, Bac pro, BEP usw.).
- Einem Hochschulabschluss (BTS, BUT, Licence pro, Master usw.).
- Einem Berufsabschluss, der im nationalen Verzeichnis der Berufszertifizierungen (RNCP) eingetragen ist.
Die Vergütung des Auszubildenden hängt hauptsächlich von seinem Alter und dem Jahr der Vertragserfüllung ab. Sie wird als Prozentsatz des Mindestlohns (SMIC) oder des geltenden Tariflohns berechnet.
Der Professionalisierungsvertrag
Der Professionalisierungsvertrag ist ein dualer Arbeitsvertrag, der den Erwerb einer anerkannten beruflichen Qualifikation ermöglicht. Er richtet sich insbesondere an:
- Jugendliche von 16 bis 25 Jahren in der Erstausbildung.
- Arbeitsuchende im Alter von 26 Jahren und älter.
- Bestimmte Begünstigte von Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung.
Die Ausbildung wechselt zwischen Phasen im Unternehmen und Phasen in einer Bildungseinrichtung.
Und für internationale Talente?
Ausländische Staatsangehörige können unter bestimmten Bedingungen ein Praktikum oder eine duale Ausbildung in Frankreich absolvieren.
Die Regeln variieren je nach ihrem Verwaltungsstatus und ihrem Studienort.
| Situation | Praktikum | Duale Ausbildung |
|---|---|---|
| EU- / EWR- / Schweizer Studierende | Frei | Frei |
| Nicht-EU-Studierende bereits in Frankreich | Praktikumsvertrag + Aufenthaltstitel für Studierende | Lehr- oder Professionalisierungsvertrag + Arbeitserlaubnis je nach Einzelfall |
| Studierende aus dem Ausland | Visum für Langzeitaufenthalt (Stagiaire) + genehmigter Praktikumsvertrag | Visum für Langzeitaufenthalt + vorherige Arbeitserlaubnis |