Finanzielle und regulatorische Compliance-Pflichten

Frankreich bietet Unternehmen einen transparenten und sicheren buchhalterischen, regulatorischen und Compliance-Rahmen. Dieses strukturierte, an die Unternehmensgröße angepasste Umfeld gewährleistet die Verlässlichkeit der Finanzinformationen und das Vertrauen der Investoren.

Geprüft am 11. Mai 2026

Fassen Sie diesen Inhalt mit KI zusammen :

Zusammenfassung

  • Frankreich bietet einen transparenten, stabilen und sicheren buchhalterischen und regulatorischen Rahmen, der an europäischen und internationalen Standards ausgerichtet ist.
  • Jedes in Frankreich ansässige Unternehmen muss eine ordnungsgemäße, wahrheitsgemäße und den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Buchführung führen, die seiner Größe angepasst ist.
  • Für Kleinstunternehmen, kleine Unternehmen und bestimmte mittelständische Unternehmen gibt es vereinfachte Regelungen.
  • Große Unternehmen und Konzerne unterliegen erweiterten Pflichten (Planungsrechnungen, Konsolidierung, Compliance).
  • Frankreich schreibt klare Regeln in Bezug auf Corporate Governance, Korruptionsbekämpfung, Transparenz von Einflussnahmen und den Schutz personenbezogener Daten (DSGVO) vor.

Ein Umfeld, das auf Transparenz und Rechtssicherheit basiert

Frankreich bietet Investoren ein wirtschaftliches Umfeld, das auf der Verlässlichkeit der Finanzinformationen, der Verantwortung der Unternehmen und der Rechtssicherheit beruht.

Unternehmen in Frankreich agieren in einem strukturierten regulatorischen Rahmen, der Folgendes gewährleistet:

  • Zuverlässige Finanzinformationen.
  • Verantwortungsvolle Unternehmensführung.
  • Ein hohes Maß an Konformität mit europäischen und internationalen Standards.

Diese Regeln, die je nach Größe und Tätigkeit der Unternehmen verhältnismäßig angewendet werden, stärken das Vertrauen von Wirtschaftspartnern, Investoren und Behörden und bieten zugleich ein planbares und stabiles Umfeld für Niederlassungs- und Entwicklungsprojekte.

Welche buchhalterischen Pflichten haben Unternehmen in Frankreich?

Gibt es je nach Unternehmensgröße erleichterte buchhalterische Pflichten?

Das französische Recht unterscheidet mehrere Kategorien von Unternehmen (Kleinst-, kleine, mittlere und große Unternehmen) anhand finanzieller Kriterien und der Mitarbeiterzahl.

Vereinfachte Buchführung: für welche Unternehmen?

Die französischen Vorschriften sehen vereinfachte Buchführungsregelungen vor, um die Pflichten an Größe und Aktivitätsniveau der Unternehmen anzupassen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können von einer vereinfachten Buchführung profitieren:

  • Kleinstunternehmen, die nicht mehr als zwei der folgenden Schwellenwerte überschreiten:
    • 450.000 € Bilanzsumme
    • 900.000 € Nettoumsatz
    • durchschnittlich 10 Beschäftigte
  • Kleine Unternehmen, die nicht mehr als zwei der folgenden Schwellenwerte überschreiten:
    • 7,5 Mio. € Bilanzsumme
    • 15 Mio. € Nettoumsatz
    • durchschnittlich 50 Beschäftigte
  • Unternehmen mittlerer Größe (ETI), die nicht mehr als zwei der folgenden Schwellenwerte überschreiten:
    • 25 Mio. € Bilanzsumme
    • 50 Mio. € Nettoumsatz
    • durchschnittlich 250 Beschäftigte

Diese Unternehmen können ihre Forderungen und Verbindlichkeiten somit nur zum Geschäftsjahresende erfassen und einen vereinfachten Jahresabschluss (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) vorlegen.

Je nach Kategorie können bestimmte Gesellschaften von einer vereinfachten Darstellung ihres Abschlusses profitieren und in einigen Fällen die Vertraulichkeit bestimmter eingereichter Unterlagen beantragen. In diesem Fall wird der Bericht des Abschlussprüfers nicht veröffentlicht.

Ausnahmen

Diese Erleichterungen gelten nicht für bestimmte Unternehmensarten, insbesondere Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sowie börsennotierte Gesellschaften.

Welche Pflichten gelten für die Hinterlegung der Abschlüsse und die Aufbewahrung von Unterlagen?

Welche erweiterten Pflichten gelten für große Unternehmen und Konzerne?

Welche Compliance- und Governance-Pflichten haben Unternehmen in Frankreich?

Je nach Größe, Tätigkeit und Organisation können Unternehmen spezifischen Pflichten unterliegen, insbesondere:

  • Veröffentlichung einer Erklärung zur nichtfinanziellen Leistung.
  • Einhaltung der Sorgfaltspflicht (devoir de vigilance).
  • Regeln zur Verantwortung und Loyalität der Geschäftsleitung.
  • Anwendung der Vorgaben zur internen Kontrolle.
  • Einrichtung von internen Kontrollverfahren, insbesondere im Finanzbereich.

Welche Pflichten gelten in Bezug auf die Integrität im Geschäftsverkehr?

Seit etwa zehn Jahren hat Frankreich sein System zur Bekämpfung von Korruption und Verstößen gegen die Integrität deutlich verstärkt.

Sapin-2-Gesetz: Wer ist betroffen?

Große Unternehmen (mehr als 500 Beschäftigte und mehr als 100 Mio. € Umsatz) müssen ein Antikorruptions-Compliance-System mit 8 Maßnahmen einführen:

  1. Risikokartierung
  2. Antikorruptions-Verhaltenskodex
  3. Schulungen für exponierte Beschäftigte
  4. Bewertung der Integrität Dritter
  5. Internes Hinweisgebersystem
  6. Antikorruptionsbezogene Buchhaltungskontrollen
  7. Interne Antikorruptionskontrollen
  8. Disziplinarisches Sanktionssystem

Unternehmen unterhalb dieser Schwellenwerte sind dazu gesetzlich nicht verpflichtet, haben jedoch ein strategisches Interesse daran, Antikorruptionsmaßnahmen umzusetzen – insbesondere, um die Anforderungen ihrer Partner zu erfüllen.

Gezielte öffentliche Unterstützung

Die Französische Antikorruptionsagentur (AFA) unterstützt Unternehmen und veröffentlicht praxisnahe Leitfäden, z. B. zur Handhabung von Geschenken und Einladungen.

Weitere Informationen

Welche Transparenzregeln gelten für ausländische Investoren?

Jede Tätigkeit, die darauf abzielt, im Auftrag eines ausländischen Akteurs außerhalb der EU eine öffentliche Entscheidung zu beeinflussen, ist gesetzlich geregelt.

Betroffene Organisationen, die im Auftrag eines ausländischen Auftraggebers handeln, müssen:

  • Sich bei der Hohen Behörde für Transparenz im öffentlichen Leben (HATVP) registrieren.
  • Ihre Tätigkeiten in einem öffentlichen Register erklären.

Dieses System trägt zu einem integre, sicheren und planbaren Geschäftsumfeld bei.

Welche Pflichten gelten in Bezug auf Corporate Governance und den Schutz personenbezogener Daten?

Unterstützung bei der Compliance-Umsetzung

Die CNIL unterstützt Unternehmen, insbesondere KMU und Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne, indem sie praxisnahe Leitfäden und Lernmaterialien bereitstellt, die die Anwendung der DSGVO erleichtern.

Weitere Informationen