Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten in Frankreich: Die Rolle des Arbeitgebers

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten begründen einen Anspruch auf einen besonderen Schutz des Arbeitnehmers mit spezifischen Regeln für Arbeitsunfähigkeit, Entschädigung sowie die Wiederaufnahme oder den Erhalt des Arbeitsplatzes.

Geprüft am 11. Mai 2026

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Zusammenfassung

  • Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten begründen einen Anspruch auf einen besonderen Schutz des Arbeitnehmers.
  • Während der Arbeitsunfähigkeit erhält der Arbeitnehmer eine erhöhte Entschädigung ohne Karenzzeit.
  • Der Arbeitgeber muss den Unfall melden, die Situation weiterverfolgen und die Wiederaufnahme der Arbeit vorbereiten.
  • Die Auflösung des Arbeitsvertrags bleibt nur in streng reglementierten Fällen möglich.

Wie wird ein Arbeitsunfall definiert?

Ein Arbeitsunfall ist ein plötzliches Ereignis, das im Rahmen der Arbeit eingetreten ist und zu einer körperlichen oder psychischen Verletzung geführt hat. Er unterscheidet sich von der Berufskrankheit durch seinen unmittelbaren und unvorhersehbaren Charakter.

Ein Unfall kann als Arbeitsunfall anerkannt werden, wenn er drei Bedingungen erfüllt:

  1. Er resultiert aus einem plötzlichen und unvorhergesehenen Ereignis.
  2. Er ereignet sich im Rahmen, durch die Ausübung oder anlässlich der Arbeit.
  3. Er verursacht eine identifizierbare körperliche oder psychische Verletzung.

Welche Schritte sind bei einem Arbeitsunfall zu unternehmen?

Informierung des Arbeitgebers

Der Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber innerhalb von 24 Stunden mit allen Mitteln (E-Mail, Telefonanruf, SMS…) informieren, außer in Ausnahmefällen.

Meldung des Unfalls

Der Arbeitgeber muss den Unfall innerhalb von 48 Stunden (ausgenommen Sonntage und Feiertage) bei der zuständigen Stelle melden. Der Arbeitgeber kann Vorbehalte hinsichtlich des beruflichen Charakters äußern.

Die Meldung muss über die entsprechende Plattform erfolgen.

Im Unternehmen umzusetzende Maßnahmen

Nach einem Unfall muss der Arbeitgeber Maßnahmen zur Risikoprävention ergreifen, insbesondere durch die Analyse der Unfallursachen, die Aktualisierung des DUERP (einheitliches Dokument zur Risikobewertung) und die Durchführung geeigneter Präventionsmaßnahmen.

Wie wird ein Wegeunfall definiert?

Ein Wegeunfall ereignet sich während des Weges zwischen der Wohnung und dem Arbeitsplatz oder zwischen dem Arbeitsplatz und dem Ort der Verpflegung. Im Gegensatz zum Arbeitsunfall gibt es keine automatische Vermutung: Der Arbeitnehmer muss den Zusammenhang mit dem Weg beweisen.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?

Um als solcher anerkannt zu werden, muss ein Wegeunfall die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Der Weg muss so direkt wie möglich sein.
  • Der Weg muss in einem zeitlichen Rahmen erfolgen, der mit den Arbeitszeiten vereinbar ist.
  • Wenn der Unfall auf einem Weg zum Ort der Verpflegung stattfindet, muss dieser üblich und während der Arbeit zugänglich sein.

Der Unfall muss innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden.

Welche Folgen hat eine Arbeitsunfähigkeit?

Wenn ein Arbeitnehmer aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit arbeitsunfähig ist, ruht sein Arbeitsvertrag.

Während der Arbeitsunfähigkeit:

  • Der Arbeitnehmer erhält Krankentagegeld ohne Karenzzeit.
  • Er genießt einen verstärkten Kündigungsschutz.

Es kann ein Gespräch zur Vorbereitung der Wiederaufnahme angeboten werden, insbesondere bei längerer Abwesenheit.

Während der gesamten Dauer der Arbeitsunfähigkeit darf der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag nicht kündigen, außer in streng reglementierten Situationen (schweres Fehlverhalten des Arbeitnehmers oder Unmöglichkeit der Fortführung des Vertrags aus einem Grund, der nichts mit dem Unfall oder der Krankheit zu tun hat).

Welche Entschädigungen erhält der Arbeitnehmer?

Arbeitnehmer, die aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit arbeitsunfähig sind, erhalten Leistungen von der Sozialversicherung.

Wie laufen die Wiederaufnahme der Arbeit oder die berufliche Wiedereingliederung ab?

Nach Beendigung der Arbeitsunfähigkeit nimmt der Arbeitnehmer seine Stelle oder eine gleichwertige Beschäftigung wieder auf.

Eine betriebsärztliche Untersuchung zur Wiederaufnahme bewertet seine Eignung, und im Falle einer Dienstunfähigkeit muss der Arbeitgeber nach einer Wiedereingliederungsmöglichkeit suchen.

Falls keine Wiedereingliederung möglich ist, kann eine Auflösung des Vertrags in einem strengen Rahmen in Betracht gezogen werden.

Wie wird eine Berufskrankheit definiert?

Eine Berufskrankheit resultiert aus einer längeren Exposition gegenüber einem Risiko im Rahmen der Arbeit (physikalisch, chemisch oder biologisch).